NABU - Gruppe Ammersbek e.V.


Das macht doch nichts, das merkt ja keiner

Ist es jemandem aufgefallen? Nein! Keiner hat's gemerkt: Die Bundesregierung hat in ihrer neuen Nachhaltigkeitsstrategie ihr seit langem geltendes Ziel, den täglichen Flächenverbrauch, also die Neuinspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrsflächen bis 2020 auf 30 Hektar zu begrenzen, klammheimlich ausgetauscht. Nun heißt das Nachhaltigkeitsziel: "unter 30 Hektar bis 2030".

Naja, es ist ja auch realistisch. Denn nach den jüngsten Änderungen des Baugesetzbuches, erst durch Hinzufügen eines § 13a und nun eines § 13b kann der Baubär tanzen. Denn jetzt kann man den Außenbereich munter zupflastern.

Insbesondere der 13b wird zu unumkehrbaren Veränderung unserer Ortsränder führen: Mit einer derzeit vorgesehenen Befristung bis zum 31.12.2019 (förmliche Einleitung des Verfahrens, Satzungsbeschluss dann bis spätestens 31.12.2021) erlaubt er, Außenbereichsflächen, die sich an im Zusammenhang bebaute Ortsteile anschließen und eine (bebaubare) Grundfläche von weniger als 10.000 m² aufweisen, für Wohnzwecke auszuweisen.
Das bedeutet, dass nun Bebauungspläne mit einer Grundfläche bis zu einem Hektar (dies entspricht in der Regel einem Bruttobauland von rund 2,5 - 3,0 ha Fläche, da meist mit einer GRZ von 0,2 – 0,4 geplant wird) im Außenbereich im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden können. Verbunden hiermit ist die Möglichkeit, auf all das zu verzichten, was viele konservative Politiker schon lange stört: die frühzeitige Beteiligung der Verbände, Umweltprüfung/Umweltbericht und die Ausgleichsmaßnahmen für die entstehenden Eingriffe in Natur und Landschaft.

Wie hier in Ahrensburg das Baugebiet Erlenhof(Google Earth) werden bald überall die Siedlungsränder mit neuen Baugebieten versehen werden. Die Hürden sind weggeräumt, keinen kümmert's dass der demographische Wandel weitergeht und sich durch die Zuwanderung nur verzögert. Die nächsten Generationen werden sich über die hohen Infrastrukturkosten freuen, viele Siedlungskerne werden veröden.